Die Idee

Wir sind stolze Eltern von vier großartigen Kindern.

Unsere jüngste Tochter hat Zöliakie.

Obwohl wir mittlerweile ganz gut mit der Krankheit zurecht kommen und wir Wissen auf was wir beim Einkaufen für Liah achten müssen, stellt es sich immer wieder zeitaufwendig  dar, ein ordentliches Brot, eine fluffige Pizza, leckere Kekse oder Suppenwürze zu finden.

Inspiriert von unserer Tochter - genervt davon, wie zeitaufwendig es ist all die gut schmeckenden und besonderen Zutaten zusammen zu finden, hatte mein Mann Abdi DIE Idee.

Ein Laden muss her!



Unsere Geschichte

Irgendwie hatte Liah seit Geburt an, neben ihren schmalen Armen und Beinen einen relativ großen Ballonartigen Bauch, welcher aber mit Babyspeck der nächsten Monate nicht mehr aufviel.

Unsere Liah war ein total süßes rundes Baby, eigentlich immer gut drauf, ein Tragekind und immer gerne mitten im Geschehen. Sie liebte die Action um sich, war ihren Brüdern eifrig hinterher und konnte mit unglaublichen zehn Monaten gangsicher durch die Gegend laufen.


Mit Beginn der Beikost und dem aktiven herumgekrabble, klettern und laufen, wurde Liah zierlicher. Sie hatte guten Appetit, liebte selbstgemachte Quetchies und auch sonst war sie sehr Neugierig auf unterschiedliches Essen.

Ihr Stuhl war immer sehr weich bis flüssig, was mich anfangs nicht beunruhigte nachdem der Arzt immer wieder meinte es sei alles ok - immerhin trank sie sehr viel und hatte überwiegend Gemüse und Obst zu Essen bekommen.

Als Liah an Gewicht verlor, erschien ihr großer Bauch wieder richtig groß. Seit Geburt an fand ich diesen ja schon ungewöhnlich groß, der Kinderarzt tastete den Bauch zwar immer ab, belächelte allerdings immer wieder meine Sorge um den großen Bläh Bauch.


Irgendwie war Liah wie ausgewechselt.

Immer wieder hatte Liah plötzlich Angst vor Nachbars Hunden, tobte in der Gegenwart ihrer Geschwister, war weinerlich, grantig, und wollte immer getragen werden. Sie verschlief den halben Tag in der Babytrage auf meinem Rücken. Sie hatte viele Blähungen und einfach durchgehend Durchfälle.

Der Kinderarzt meinte es sei wohl eine Magendarmgrippe.

Wenn mir der Bauch keine Ruhe lässt, könnte der Orthopäde ein Ultraschall vom Bauch machen.


Eines Tages stülpte sich der Bauchnabel nach außen.

Was bitte hat mein Kind? Ich suchte im Internet nach möglichen Antworten - den Symptomen nach tendierte meine Vermutung auf eine Laktoseintoleranz oder Glutenintoleranz, ersteres sagte mir etwas.

Ich ging mit Liah direkt ins AKH auf die Kinder Gastrologie.

Meine Vermutung, es könnte eine Intoleranz sein wurde dort natürlich belächelt - Jaja, Dr. Google.. das Kind ist doch ganz gut drauf! 

Liah wurde gensauestens Untersucht - sie wog bei bei einer größe von 111cm neun Kilo, konnte zwar gut laufen aber nur wenig sprechen und hatte erst 2 Zähne.

Nach setzten eines unnötigen Darmröhrchens, folgten Blutabnahmen. Bis zum nächsten Spitalsbesuch und der nächsten Blutabnahme sollte Liah aufjedenfall glutenhaltig essen.

Sollte sich der Verdacht auf eine Glutenunverträglichkeit bestätigen, müsse man eine Gastroskopie machen.


Die nächsten 2 Wochen stellten uns vor eine Herausforderung! Liah verweigerte ihr Essen! Ich stand nur mehr in der Küche, und kochte alles mögliche rauf und runter. Sie brach in tränen aus, sobald sie ihr Essen sah, schoss ihren Teller tobend über den Tisch und blieb stur.

Ich war am Rande der Verzweiflung! Nicht nur dass ich ausserdem noch zwei kleine Jungs daheim hatte, welche ebenso meine Aufmerksamkeit brauchten - verhungert meine einjährige Tochter vor vollem Teller! Liah war nur mehr Haut und Knochen und allein die Tatsache dass so ein kleines Kind bei knurrenden Magen sein Essen verweigert, ist schon ziehmlich heftig. Die Schmerzen müssen emens gewesen sein!

Wie lange hätten wir das noch durchgehalten?

Damit sollte Schluss sein! Nur um etwas schwarz auf weiß auf Papier stehen zu haben - das war all diese Schmerzen und Hungerstreiks nicht Wert!

Wir stellten auf glutenfrei um, mit viel zusprechen aß Liah wieder vorsichtig.

(Essenumstellung vor eindeutiger Diagnose wird abgeraten!)


Paar Tage später waren wir wieder zur Blutabnahme Im Spital. 

Ein Gentest sollte mehr Aufschluss bringen. Obwohl Liah die letzten 2 Wochen glutenfrei aß, hatte sie trotzdem wahnsinnig erhöhte Werte. Eine Darmspiegelung blieb aus, der Gentest allein war eindeutig genug.


Essensumstellung

Das AKH stellte eine Diätologin zur Verfügung, um sich mit dem neuen Thema vertrauter zu machen. Diese war wirklich total kompetent und lieb - allerdings war ich danach noch verwirrter und hatte das Gefühl - dass zum essen nimmer viel bleibt..


Einkaufen wurde zur Herausvorderung! Egal was ich kaufte - nichts mochte mein Kind! Am Ende aß ich Liahs Essen (denn zum wegwerfen wars einfach zu teuer und zu schade!) und ich konnte ganz gut verstehen, warum es ihr nicht schmeckte ;-)

Liah blieb also meißt bei ihrem Milchbrötchen von Schär, das mochte sie - aber immer nur Milchbrötchen?

So bestellte ich im Internet  oder bei Resch und Frisch, stürmte von einem Geschäft ins andere, immer nebenbei die Zutatenlisten studieren und ein Aug auf drei Kinder haben, die mal so nebenbei den Laden auseinander nehmen.. es war wirklich mühsam!


Seit der Essensumstellung hat Liah allerdings so richtig aufgeholt.

Bald wird sie 5 Jahre alt - mittlerweile ist sie von de zierlichen Dirn zu einem richtig großen Mädchen gewachsen und unglaublicherweise fast so groß wie ihr achtjähriger Bruder. Sie hat sich toll entwickelt und Ihre Blutwerte bei der jährlichen Kontrolle im Spital sind Top!


Das Thema glutenfrei ist und bleibt unser ständiger Begleiter.
Mittlerweile sehe ich Liahs Unverträglichkeit als eine gesunde Botschaft. Wir achten viel mehr als der Durchschnitt, was wir eigentlich zu uns nehmen und Konsumieren. Es wird nicht einfach eine Wurstsemmel, Milchschnitte, Kebab oder anderer Müll verschlungen - wir setzten uns viel mehr mit unserem Essen auseinander und Essen häufiger frisch zubereitetes und nicht einfach nur "schnelles Essen"!

Selbstverständlich GLUTENFREI

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